Eröffnung 1966

Am 17.September 1966 eröffnete der Regierende Bürgermeister Willy Brandt die erste Filmakademie der Bundesrepublik Deutschland. Am Theodor-Heuss-Platz, im Deutschlandhaus des SFB, nahmen 35 von über 800 Bewerbern das Studium auf. In der Existenzkrise des bundesdeutschen Nachkriegskinos richteten sich die Hoffnungen auf künstlerische Impulse durch eine verstärkte Nachwuchsförderung. Doch kaum gegründet, steckte die dffb bald selbst in der Krise. Bereits im Frühjahr 1967 kam es zu Zerwürfnissen zwischen Studierenden und Direktion, die sich bis Ende 1968 immer weiter zuspitzten. Mehr als das Filmhandwerk interessierte der Film als Werkzeug zur Agitation. Vietnam, Springer, Dutschke, Ohnesorg hießen die vorrangigen Themen.


Die 1970er-Jahre

Die Dokumentar- und „Arbeiter“filme der 1970er-Jahre brachten der dffb zunehmend Anerkennung. Sie begründeten den Ruf der politisch und sozial engagierten „Berliner Schule“. Zu dieser Zeit gab es an der dffb nur einen einzigen Studiengang. Man sollte und wollte sich nicht spezialisieren. Das Ideal war der „total filmmaker“, der alles kann und alles macht: das Drehbuch, die Regie, die Kamera, den Ton und den Schnitt. Das Curriculum wurde entsprechend erweitert, und die Position eines Studienleiters eingerichtet, damit die Ausbildung besser organisiert werden konnte.


Die 1980er-Jahre

Parallel zu Entpolitisierung und Individualisierung der Gesellschaft verlagerte sich in den 1980er-Jahren das Interesse auf den narrativen Spielfilm, wobei der Dokumentarfilm weiterhin eine wichtige Rolle spielte. Die Studierenden begannen, ihre Lernziele genauer zu definieren und entschieden sich für die Regie oder für die Kamera, für den Schnitt, und manche auch sogar die Arbeit mit dem Ton als Spezialgebiet. 1990 verließ Dr. Heinz Rathsack, der von Anfang an dabei war, die Direktorenposition an der dffb. Prof. Thomas Koebner leitete an seiner Stelle die dffb. Regie und Kamera wurden als eigene Fachrichtungen aufgebaut.


Die 1990er-Jahre

In den 1990er-Jahren wurde die Ausbildung an der dffb unter der Leitung von Prof. Reinhard Hauff noch stärker professionalisiert und die Kooperation mit Fernsehanstalten, Filmproduzenten und Verleihern erweitert. Zusätzlich zu den Fachrichtungen Regie und Kamera etablierte die dffb 1997 die Drehbuchakademie und 1998 den Studiengang Produktion. Es wurden Colloquien mit Redakteuren, Produzenten und Agenten eingerichtet, auf denen die Studierenden ihre neuen Projekte und Drehbücher vorstellen konnten.


Heute

Von 2006 bis 2009 war Prof. Hartmut Bitomsky Direktor der dffb. Die Ausbildung an der Drehbuchakademie wurde von zwei auf drei Jahre verlängert. Mit den Sponsoren RTL und SAT1 wurden die Masterclasses „Serie“ und „Komödie“ eingerichtet. Die Kooperation mit dem Sender ARTE kam dazu. Ein brandneues state-of-the-art Mischstudio konnte 2008 in Betrieb genommen werden.

Jetzt sind wir dabei, die gesamte Produktion und Postproduktion Server gestützt auf digitale Technologien aufzurüsten, inklusive eines digitalen 2K Kinos. Das Projekt soll 2011 abgeschlossen werden.

Mittlerweile entstehen jährlich mehr als 250 studentische Produktionen. Sie werden jedes Jahr Ende September der Öffentlichkeit in einer Werkschau vorgestellt.

Seit 1. September 2010 ist Jan Schütte Direktor der dffb.