Doppelsieg für die dffb beim Deutschen Kurzfilmpreis 2010

19. November 2010

Gestern Abend wurde in Hamburg von Kulturstaatsminister Bernd Neumann der Deutsche Kurzfilmpreis verliehen. Der Preis ist die bedeutendste und höchst dotierte Auszeichnung für den Kurzfilm in Deutschland. Der Filmpreis in Gold ist mit einer Prämie von 30.000 Euro verbunden, für den Sonderpreis gibt es 20.000 Euro Preisgeld.

Nominiert waren 10 Filme aus 248 Einreichungen, zwei davon dffb-Produktionen: MANOLO und KAFARNAUM (R/B: Jasco Viefhues, Kamera: Hendrik Reichel, Produktion: Nora Ehrmann). Mit der Nominierung ist eine Prämie von 15.000 Euro verbunden.

Den Kurzfilmpreis in Gold für einen Spielfilm von mehr als sieben bis 30 Minuten gewann der Zweitjahresfilm MANOLO (Regie und Buch: Robert Bohrer, Kamera: Max Preiss, Produktion: Matthias Nerlich, Christian Specht).
In der Jurybegründung heißt es:
Die witzige „Coming-of-Age-im-Freibad“-Skizze karikiert ihre Protagonisten liebevoll, denunziert sie aber nie. Sie erinnert uns daran, wie viele Dramen der Jugend sich tatsächlich im Freibad abspielen. Vor allem aber ist dieser Film ein hinreißendes Beispiel für fantasievolles Teamwork. Von der James-Bond-Hommage im Vorspann – über die kongeniale Sommermusik im Rhythmus der von der Splashdiving Nationalmannschaft mit Hingabe zelebrierten Paketsprüngen (umgangsprachlich „Arschbomben“) – bis hin zur großartigen Bildgestaltung mit ihren dramatischen Kranfahrten zum Showdown: Es ist die schiere Lust am Filmemachen, die die Jury überzeugt hat. Mehr davon!

Mariejosephin Schneider wurde für JESSI (Regie: Mariejosephin Schneider, Kamera: Jenny Lou Ziegel, Produktion: Nicolai Zeitler), der seine Premiere bereits auf der Berlinale 2010 feierte, mit dem Sonderpreis für Filme von mehr als 30 bis 78 Minuten ausgezeichnet.
Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
Die Suche einer 11jährigen, deren Mutter in Haft ist, wird von Mariejosephin Schneider unaufgeregt und doch mit allem Drama erzählt. Vieler Worte bedarf es nicht. Luzie Ahrens Präsenz als Jessi füllt den Film und die Räume für Zwischentöne. Die Bildgestaltung von Jenny Lou Ziegel ist nah bei der Protagonistin, dabei ihre Grenzen wahrend.
Ein Tag und ein Moment, in einem atmosphärisch dichten, berührenden Film von 31 Minuten.

Gewinner des Kurzfilmpreises in der Kategorie Dokumentarfilm ist HOLDING STILL (KHM, Florian Riegel), bei dem der dffb Absolvent Luciano Cervio Kamera führte.

Mehr Infos zum Deutschen Kurzfilmpreis, den Nominierten sowie den Gewinnern

Infos zu den Filmen
MANOLO
JESSI
und
KAFARNAUM