Fünf dffb Filme bei achtung berlin - new berlin film award ausgezeichnet

Bei der Preisverleihung des 12. achtung berlin – new berlin film award wurden fünf dffb-Filme ausgezeichnet. Insgesamt acht dffb-Produktionen waren im Wettbewerb in den Sektionen Kurzfilm, mittellanger Film, Dokumentarfilm sowie abendfüllender Spielfilm auf dem Festival zu sehen gewesen.

Hier die Auszeichnungen im Überblick:

Den new berlin film award in der Kategorie Beste Regie dotiert mit einem Technikgutschein für die Anmietung von digitaler Kameratechnik mit einem Volumen bis 2.000 Euro, bekam

Jonas Rothlaender
für
FADO

Begründung der Jury Spielfilm:
„Der Nachhall des großen Erdbebens von Lissabon im Jahr 1755 taucht als Wellen der Wut und Eifersucht wieder auf, als ein deutscher Arzt seiner Geliebten ungefragt nach Portugal folgt. Für seine Aufmerksamkeit in der Bildsprache und seine Beharrlichkeit, die Eifersucht in ungeliebter Form zu zeigen, geht der Preis für die Beste Regie an Jonas Rothlaender für FADO.“

Den new berlin film award in der Kategorie Bester Kurzfilm dotiert mit 1.000 Euro in bar, bekam

MERAL, KIZIM
Regie: Süheyla Schwenk

Begründung der Jury Kurzfilm:
„Das Schicksal hat der Mitte 20-jährigen Meral einen harten Schlag verpasst. Eine Krankheit lähmt sie vom Hals abwärts. Das ist der Ausgangspunkt des Films MERAL, KIZIM. Wer jetzt glaubt, dass er ein schweres Drama voller Ausweglosigkeit vor sich hat, täuscht sich gewaltig. Denn die Regisseurin und Autorin Süheyla Schwenk hat sich entschieden, aus Meral kein Opfer zu machen, sondern eine lebensbejahende junge Frau, die noch viel vor hat in ihrem Leben, obgleich sie sich keine Illusionen macht, dass ihr körperlicher Zustand sich je verbessern wird. Eine Erkenntnis, mit der sie ihrem Umfeld weit voraus ist. Denn weder ihre sehr konservativen türkischen Eltern, noch ihr deutscher WG Mitbewohner wollen wahrhaben, dass Meral ihr restliches Leben querschnittsgelähmt sein wird.
Und so ist sie ironischer Weise ständig damit beschäftigt, die anderen zu trösten statt sich selbst. Meral ist also trotz ihrer totalen Abhängigkeit bei weitem die Stärkste von allen.
Besonders berührt haben uns die Szenen zwischen Meral und ihrer sehr viel jüngeren Schwester Asiye, die scheinbar die einzige Person ist, die sie so akzeptiert, wie sie ist. Ob zum Rumalbern oder Kuscheln, Asiye verbringt gerne Zeit mit ihrer großen Schwester, daran ändert deren Lähmung nichts. MERAL, KIZIM ist eine sehr liebevolle und mutige Geschichte, die nicht die Handschrift einer Universität, sondern die einer souveränen Filmemacherin trägt.“

The Exberliner Film Award
dotiert mit einem Gutschein für einen Tag im smallville.berlin Studio im Wert von 1.200 Euro, der sektionsübergreifend an einen herausragenden Film verliehen wird, der die Interkulturalität Berlins fördert oder von einer Filmemacherin / einem Filmemacher mit internationalem Hintergrund realisiert wurde ging an

FADO
Regie: Jonas Rothlaender

Die Begründung der Jury Exberliner:
“The Exberliner Film Award, sponsored by Art-On-The-Run Film School Berlin, recognises an outstanding film reflecting the international dimension of Berlin as a Weltstadt, dealing with topical matters or expats. This year, Exberliner is proud to award the prize to Jonas Rothlaender for FADO, a film which not only deals with engulfing jealousy in relationships, but also tackles a foreign perspective on a new city.”

Eine Lobende Erwähnung sprach die Jury Exberliner aus für:

ARIANA FOREVER!
Regie: Katharina Rivilis

Die Begründung der Jury Exberliner:
“Exberliner would also like to give an Honourable Mention to ARIANA FOREVER!, the Kurzfilm debut by dffb alumna Katharina Rivilis; the director’s striking film about an important topic is a true standout of the festival.”

Eine Lobende Erwähnung sprach die Jury Mittellanger Film / Kurzfilm aus für:

IRGENDWO ANDERS
Regie: Borbála Nagy

Begründung der Jury Mittellanger Film / Kurzfilm:
„Eine lobende Erwähnung geht an die Regisseurin Borbála Nagy und ihren Film IRGENDWO ANDERS. Auf sehr zarte Weise taucht der Film in ein Kinderuniversum ein und lässt den Zuschauer die Welt mit den Augen eines kleinen Jungen sehen. Er erträumt sich eine Fantasiewelt, in der er auch das Kennenlernen und die Beziehung zwischen seiner Mutter und seinem unbekannten Vater miterlebt. Durch eine unkonventionelle Erzählstruktur, poetische Inszenierung, wunderschöne Bilder und eine
offene dramaturgische Form haben Borbála Nagy und Ihr Team es geschafft, uns an Ihrem Spiel mit
Erinnerung und Überschreibung teilhaben zu lassen als wären wir selbst noch einmal in Kontakt getreten mit einer in der Zeit versunkenen Kindheit.“

Eine Lobende Erwähnung sprach die Ökumenische Jury sowie die Dokumentar-Jury aus für:

ARLETTE. MUT IST EIN MUSKEL
Regie: Florian Hoffmann

Begründung der Ökumenischen Jury:
„ARLETTE. MUT IST EIN MUSKEL ist eine Dokumentation, die unter die Haut geht. Nach Jahren mit einem steifen, schmerzenden Bein, ist es die Operation in einem fremden Land, die das fröhliche Mädchen herausfordert. Die Kamera beobachtet sehr nahe, zugleich sensibel und ruhig den Klinikalltag. Durch die Augen der Afrikanerin, mitten in der Pubertät, mitten in einer fremden Kultur, werfen auch wir einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft. Zugleich zeigt Regisseur Florian Hoffmann, wie Heimat und Familie uns stark machen für eine ungewisse Zukunft.“

Veröffentlicht am 20. April 2016