Jessi

Deutschland / 2010
Spielfilm / 30 min / Farbe

Regie:Mariejosephin Schneider
Buch: Mariejosephin Schneider
Kamera: Jenny Lou Ziegel
Producer: Nicolai Zeitler
Produktion: dffb, rbb

Jessi ist elf und sehnt sich zurück an den Ort ihrer Kindheit. Für ihre seit mehreren Monaten inhaftierte Mutter Rosa übernimmt sie viel Verantwortung: Sie ist ihr einziger Bezug zur Außenwelt, da die ältere Schwester Bibi den Kontakt zur Mutter abgebrochen hat. Jessi lebt in einer Pflegefamilie in der Stadt. Das Verhältnis zu ihrer Pflegemutter Claudia ist schwierig. Denn obwohl Claudia eigentlich alles richtig machen will, übt sie auf latente Weise Druck auf Jessi aus und schürt unbewusst eine Rivalität zwischen sich und Jessis leiblicher Mutter. Heute ist Bibis Geburtstag: Jessi besucht die Mutter in der Haftanstalt, bringt Telefongeld mit und bittet sie die Schwester anzurufen, doch ihre Mutter lehnt ab. Und so fasst Jessi den Plan sich auf den Weg in ihr Heimatdorf zu machen, um noch einmal um ihre Familie zu kämpfen. Jessis Plan geht auf und Bibi fragt das erste Mal seit Monaten nach der Mutter. Doch bei Bibi bleiben kann sie nicht, denn auch Bibis Leben hat sich verändert. Sie ist aus dem alten Haus der Mutter ausgezogen und wohnt nun bei ihrem Freund Kevin, in einer winzigen Wohnung im Ort. Nachts liegt Jessi wach auf dem für sie bezogenen Sofa und hört, wie die beiden miteinander schlafen. Sie schleicht sich aus Kevins Wohnung und kehrt auf ihrem Fahrrad heim in das Haus ihrer Mutter. Doch muss sie erst ihr Innerstes nach außen kehren bevor sie begreift, dass sie an ihr altes Leben nicht mehr anknüpfen kann. Ein Zurück in die Geborgenheit der Kindheit ist unmöglich. Jessi muss sich allein auf den Weg machen. Auf die Suche gehen nach ihrem Platz in der Welt, nach jemandem, der aus ihrem “Ich” ein “Wir” machen kann.

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