Drehbuch-Akademie

In einem dreijährigen Studiengang werden pro Jahrgang jeweils zehn Nachwuchsautoren im Bereich “Drehbuch für das Kino und das Fernsehen” ausgebildet. Ziel ist es unabhängig und innovativ denkende und kreative Nachwuchsautoren auszubilden.

Unter Anleitung renommierter, internationaler Dozenten werden allgemeine Grundlagen vermittelt: Konzeption, Stoffauswahl, Ideenfindung, Struktur, Konflikte, Charaktere, Szenendramaturgie, Improvisation, Film- und Drehbuchanalyse und Creative Writing. Die Grundlagen des Schreibens für Genres wie Thriller, Melodrama, Komödie etc. werden gelehrt.

Erstes Jahr

Damit Drehbuchschreiben zum Filmemachen auf Papier werden kann, braucht es ein paar Kenntnisse über die Arbeitsphasen, die nach dem Schreibtisch kommen. Das ist ein Teil des ersten Jahres des Drehbuchstudiums. Der zweite Teil steht dann in enger Beziehung zum Schreibtisch und der Aufgabe, am Ende des Jahres einen ersten abendfüllenden Film zu entwerten. Gemeinsam mit den Studierenden der anderen Fachrichtungen werden im Herbst erste Übungen gefilmt. Regie- und Kameraarbeit. Aber auch Grundsätzliches zur Produktion, zur Bildgestaltung und zum Umgang mit der Filmgeschichte. Gewünschter Nebeneffekt: die Studierenden aller Fachbereiche lernen sich in der praktischen und theoretischen Arbeit kennen, finden „Gleichgesinnte“, die im weiteren Studium zusammenarbeiten. Dann die „Vorbereitungsseminare“ für das Erstjahresbuch: Dramaturgie, Charaktere, Dialoge, Plotten. Aber auch Kooperation mit den Studierenden der anderen Studienrichtungen, Mitarbeit an deren Erstjahresfilmen.
Das erste Jahr legt also die Basis für die Profession des Drehbuchschreibens und für die zukünftigen Partnerschaften, beides wird in den folgenden Jahren eine Fortsetzung finden.

Zweites Jahr

Nach dem ersten Versuch, einen 90minüter zu schreiben, gibt das zweite Jahr den Autoren mit dem arte-Projekt die Möglichkeit, mit der kurzen Form zu experimentieren und das Drehbuch für einen Film zu schreiben, der gedreht und ausgewertet wird. Aber auch die Arbeit am Erstjahresbuch ist noch nicht beendet und wird im zweiten Jahr eine wesentliche zeitliche Strecke in Anspruch nehmen. Feedback aus verschiedenen Perspektiven, von Dozenten und vor allem von den Produktionsstudenten des dritten Studienjahres. Mit ihnen zusammen wird das Konzept für eine Überarbeitung des Stoffes gesucht und vielleicht gefunden und eine Form, das Buch vorzustellen, intern in einem Forum an der Akademie und als mögliches Ziel auch auf der Pitchveranstaltung der Filmhochschulstudenten während der Berlinale. Weitere Fachseminare, die das Wissen über erzählerische Strukturen, die Qualität von filmischen Dialogen und Figuren vertiefen. Die zweite längere Schreibphase im Studium wird eingeleitet von einem Seminar zur Adaption, im weiteren Verlauf gilt es, einen Adaptionsvorschlag auszuarbeiten.
Parallel immer auch die Zusammenarbeit mit Regie- und Produktionsstudenten an deren und an den eigenen Stoffen. Weiterhin: Filme auf Papier und anderen Materialien machen.

Drittes Jahr

Spätestens jetzt steht nur noch das eigene Schreiben im Mittelpunkt: einen Dreißigminüter für die rbb-Movie-Staffel, einen Kurzfilm für das Seminar „Die Kamera erzählt“ und schließlich das Abschlussbuch, das in einer zweiten oder dritten Drehbuchfassung vorliegen muss und einem Polishing unterzogen wird. Dazu kommt ein Seminar zu dem vielleicht gängigsten Fernsehformat für Autoren, der Serie.
Nicht mehr als Masterclass organisiert, die findet jetzt im Anschluss an das Drehbuchstudium an der Akademie statt, sondern als Seminar zum seriellen Erzählen. Der Studienplan des dritten Jahres lässt Freiräume, die für Ausflüge in das Seminarangebot des Hauptstudiums genutzt werden können.