Über das Produzieren

Die Anforderungen an einen Produzenten und sein Stand gegenüber seinem kreativen und finanziellen Umfeld sind vielschichtig und beanspruchen viel Fingerspitzengefühl und Energie.

Sowohl als eigenständiger, unabhängiger Produzent, bestimmt aber auch als ‘junior producer’ in einem eingeführten Produktionsunternehmen, ergeben sich zwangsläufig persönliche und finanzielle Zwange und Abhängigkeiten, die es ständig zu regulieren gilt. Gerade im Spannungsverhältnis breiter Formenvielfalt, von gut ausgebildeten Kreativen und Notwendigkeiten eines sich stets verändernden Marktes, kann dies durchaus zu einem reinen Geduldspiel ohne feste Zielvorgaben werden. Als junger Firmengründer, nach erfolgreich abgeschlossenem Studium, wird man sicherlich vor viele Fragen gestellt:

Diese nüchternen Fragen ergeben sich allein schon aus dem Bereich der kostenintensiven Entwicklung von Ideen zu Projekten.

Daraus resultiert das packaging, mit dem die intensiven Bemühungen, Verleih- und Vertriebspartner zu gewinnen, sich auf Festivals und Co-Produktionsmarkten zu begeben, um dabei die Tragfähigkeit seines Projektes und eines real umsetzbaren Finanzierungsplanes zu überprüfen, vorangetrieben werden. Parallel hierzu ist der ständige kreative Austausch mit dem oder den Autoren/Dramaturgen und vor allem dem Regisseur und seinen heads of departments zu pflegen, und der Dreh zeitlich zu definieren… oder ggf. als nicht realisierbar zu definieren.

Wie vielschichtig und gefühlsbewegend diese Arbeit ist, zeigt sich oftmals in den langen Tagen und Wochen im Schneideraum, in der komplizierten Phase der Postproduktion und allgemein in der Endfertigung eines Filmes. Auswertungsmaterialien für Verleih, Vertrieb und die Fernsehpartner müssen in reichlicher Anzahl technisch perfekt erstellt werden, Pressetexte formuliert und Pressematerialien konzipiert und hergestellt werden – auch dies zeit- und kostenintensive Vorgänge, die durchaus noch in der Hand des Produzenten liegen sollten.

Und zum guten Schluss – wie und wo stellt man sein ‘Produkt’, den fertiggestellten Film der Öffentlichkeit vor. Auch dies eine Produzentenentscheidung, die auf das weitere ‘Leben’ eines Filmes oft maßgeblichen Einfluss nimmt. All dies und noch viel mehr mochte ich gerne mit Euch Produktionsstudenten an der dffb ansprechen und vorantreiben.

Peter Rommel (leitender Dozent Studiengang Produktion)