Pino Solanas an der DFFB

Diese Woche finden an der DFFB die Vorbereitungen für die Pino Solanas Masterclass (Vorbereitungsseminar mit Peter B. Schumann und Enrique Sánchez Lansch) statt.

Im Rahmen der Vorbereitungswoche gibt es am Mittwoch, den 26. September, eine Vorlesung für Studierende von Ben Gibson.

Third Cinema, People’s Newsreels and the Counter-Information Cinema before and after the Latin American New Wave 

Der Vortrag, der das Werk von Solanas von La Hora de los Hornos bis heute mit kurzen Clips illustriert, analysiert den ästhetischen und historischen Kontext des alternativen Kinos. Innerhalb der Abhandlung werden sowohl die Theorien von Eisenstein und der Web-Essay berücksichtigt.

Fernando Solanas wird vom 8. bis 12. Oktober zum zweiten Mal an der DFFB zu Gast sein. Vor 15 Jahren hat Solanas erstmalig die Studierenden an seinem Blick auf die argentinische Wirklichkeit teilhaben lassen und über seine Erfahrungen als politisch aktiver Filmemacher berichtet. Danach begann er in einer Reihe von langen Dokumentarfilmen den Niedergang Argentiniens und, in Folge einer verheerenden neoliberalen Politik, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sowie den Widerstand von großen Teilen der Bevölkerung aufzuzeichnen. Daraus ist etwas in Lateinamerika Einzigartiges entstanden: die längste filmische Langzeitbeobachtung über das Schicksal eines Landes. Sein neuster Film „Viaje a los pueblos fumigados/Reise zu den verseuchten Völkern“ feierte auf der Berlinale 2018 Premiere.

Mit seinem berühmtesten Film „La Hora de los Hornos/Die Stunde der Feuer“ begründete er die Gattung des politischen Dokumentarfilms in Lateinamerika.  Er war Teil der Gruppe „Cine Liberacion“ und verfasste zusammen mit Octavio Getino das Manifest „Für ein drittes Kino“, in dem beide sowohl gegen das Kino Hollywoods als auch gegen den europäischen und lateinamerikanischen Autorenfilm polemisierten.

Sein Blick auf die gesellschaftlichen Zustände und ihre Verursacher hat ihn in den 90er Jahren zur unerwünschten Person und zum Opfer eines Attentats werden lassen. Diese Erfahrungen führten ihn in die Politik und schließlich als Abgeordneten ins Parlament. Heute vertritt er dort als Senator die von ihm gegründete links-ökologische Partei „Proyecto del Sur“. Parallel zu seiner parlamentarischen Arbeit versuchte er mit seinen filmischen Analysen auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse einzuwirken.

Hinweis: Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

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