Von der Intui­ti­on zum Han­deln Meis­­ner-Tech­­nik und Stück­ent­wick­lung Deutsch-fran­­zö­­si­­scher The­a­­ter-Work­­shop

Wann?

9.–18. Juni 2026 in Bay­reuth

09.06 Anrei­se und 18.06 Abrei­se

Für wen?

15 Schauspieler*innen, Regisseure*innen, Dramaturgen*innen, Stu­die­ren­de in die­sen Fächern und Berufsanfänger*innen – zwi­schen 18–35 Jah­ren mit Wohn­sitz in Deutsch­land oder Frank­reich (aller Natio­na­li­tä­ten). Fran­zö­sisch­kennt­nis­se sind nicht erfor­der­lich, es wird durch­ge­hend über­setzt!

Inhalt

In die­sem Work­shop erfor­schen und trai­nie­ren die Teil­neh­men­den ihre eige­ne Intui­ti­on und ihre dar­stel­le­ri­sche Bezie­hung zum Gegen­spie­ler. Die Grund­übung der Meis­ner-Tech­nik, die Repe­ti­ti­on, wird inten­siv trai­niert sowie mit dar­auf auf­bau­en­den Übun­gen kom­bi­niert. Die Teil­neh­men­den ent­wi­ckeln Sze­nen und sam­meln so neue Erfah­run­gen in der Stück­ent­wick­lung: Genau­so wie ein*e Regisseur*in, wer­den sie gemein­sam eige­ne künst­le­ri­sche Ent­schei­dun­gen tref­fen und selbst zu Autor*innen der auf der Büh­ne erzähl­ten Geschich­te.

Die Meis­ner-Tech­nik wur­de in den 1930er Jah­ren von San­ford Meis­ner in New York ent­wi­ckelt und erlang­te in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren auch in Euro­pa als neue Schau­spiel­trai­nings­tech­nik am Thea­ter oder in der Impro­film­sze­ne gro­ße Bekannt­heit. Die Meis­ner-Tech­nik basiert auf der Suche nach einer psy­cho­lo­gi­schen Tie­fe in den dar­ge­stell­ten Figu­ren, nach Wahr­haf­tig­keit im Spiel, einer ehr­li­chen Ver­bin­dung in den Bezie­hun­gen der Cha­rak­te­re auf der Büh­ne zuein­an­der, einer emo­tio­na­len Berühr­bar­keit der Schauspieler*innen und der Fähig­keit, abso­lut im Moment zu sein – aus die­sem zu agie­ren und zu reagie­ren.

Im zeit­ge­nös­si­schen Thea­ter ent­ste­hen Stü­cke oft spon­tan und impro­vi­siert – man ent­wi­ckelt das Stück direkt auf der Büh­ne – „écri­tu­re de pla­teau“. Die­se moder­ne Art der Stück­ent­wick­lung löst die Tren­nung zwi­schen Krea­ti­on, Insze­nie­rung und den Rol­len auf der Büh­ne auf. Die Schauspieler*innen kön­nen ihre Rol­le selbst mit defi­nie­ren und aus­ge­stal­ten. Geschich­ten wer­den direkt auf der Büh­ne in Impro­vi­sa­tio­nen ent­wi­ckelt. Die Krea­ti­vi­tät und Intui­ti­on des Ein­zel­nen ver­misch­ten sich dabei flie­ßend mit der des/​der Regisseurs*in.

Der Work­shop wird von der pro­fes­sio­nel­len Schau­spie­le­rin Ina Jaich (D) sowie vom Schau­spie­ler und Regis­seur Mar­ceau Des­champs-Ségu­ra (F) gelei­tet. Die simul­ta­ne Über­set­zung über­nimmt die Dol­met­sche­rin Lau­rence Des­pu­jols (F).

Künst­le­ri­sche Lei­tung

Ina Maria Jaich (D) ist Schau­spie­le­rin und Dozen­tin für Schau­spiel mit Schwer­punkt Meis­ner-Tech­nik, Impro­vi­sa­ti­on und Per­for­mance. Sie arbei­te­te als frei­be­ruf­li­che Schau­spie­le­rin für ver­schie­de­ne Thea­ter im euro­päi­schen Raum, u.a. HAU Ber­lin, Tha­lia Thea­ter Ham­burg, NTGent, Werk X Wien und mit Filmregisseur.innen wie Chris­ti­an Klandt, Rai­ner Kauf­mann, Sophie Lin­nen­baum oder Alex­ei Popo­greb­ski. Unter Anlei­tung renom­mier­ter Dozen­ten und Regis­seu­re (Fabi­an Joest Passa­mon­te, Mike Ber­nar­din & Ata­na­si­os Kara­ni­ko­las) konn­te sie die Meis­ner-Tech­nik per­fek­tio­nie­ren.

Mar­ceau Des­champs-Ségu­ra (F) stu­dier­te Schau­spiel am Con­ser­va­toire Natio­nal Supé­ri­eur d’Art Dra­ma­tique (CNSAD) in Paris und absol­vier­te par­al­lel Kur­se für baro­cke Dekla­ma­ti­on. Er arbei­tet als Schau­spie­ler, Regis­seur und For­scher, mit einem beson­de­ren Schwer­punkt auf Shake­speare, und spiel­te in Stü­cken wie Le Son­ge, Timon d’Athènes und La Tempête. 2021 grün­de­te er die Kom­pa­nie Les Chants éga­rés, die klas­si­sche Wer­ke von Shake­speare, Raci­ne und Sopho­kles sowie zeit­ge­nös­si­sche Stü­cke auf­führt. Er ist regel­mä­ßig bei Fes­ti­vals ver­tre­ten, wirkt als Regis­seur und Jury­mit­glied bei Art­ce­na und enga­giert sich in Thea­ter­pro­jek­ten für Schu­len.

Finan­zie­rung

Die­se Begeg­nung wird vom Inter­na­tio­na­len Jugend­kul­tur­zen­trum e.V. und dem Deutsch-Fran­zö­si­schen Jugend­werk (DFJW) finan­zi­ell unter­stützt. Wei­te­re Kos­ten wer­den über Dritt­mit­tel und Ver­eins­bei­trä­ge der Teil­neh­men­den an den Trä­ger­ver­ein gedeckt.

Ver­eins­bei­trag: 360 € für die Pro­jekt­pha­se inkl. Unter­kunft und Halb­pen­si­on

Rei­se­kos­ten: Das DFJW erstat­tet einen Teil der Rei­se­kos­ten nach Bay­reuth. Für mehr Infos: Fahrt­kos­ten-Berech­nung für die Anträ­ge im DFJW | DFJW.

Bewer­bung

Über das digi­ta­le Por­tal des Forums in der Kate­go­rie „Bewer­bung“, mit dem aus­ge­füll­ten Online-For­mu­lar, einem künst­le­ri­schen Kurz­le­bens­lauf und einem Aus­schnitt aus einer Auf­füh­rung oder aus Thea­ter­pro­ben.

Bewer­bun­gen wer­den in der Rei­hen­fol­ge ihres Ein­gangs gesich­tet. Eine früh­zei­ti­ge Bewer­bung lohnt sich!

In Koope­ra­ti­on mit: Deutsch-Fran­zö­si­sches Jugend­werk, FIEF

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