Die Akademie

Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 ist die DFFB ein Ort für ambitionierte junge Filmemacher*innen. Heute gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Möglichkeiten Film zu studieren. In dieser Vielfalt hat die DFFB ihre spezifische Form der Lehre weiter ausgebildet und damit ihre Einzigartigkeit erhalten.

 

Filmausbildung in Berlin seit 1966

Seit 1966 ist die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) ein Frei- und Probierraum für das Filmemachen. Eine Akademie – mitten in Berlin – voller Energie und Produktivität, in der junge Talente lernen, Handwerk und Kreativität zu nutzen, um Filme professionell zu schreiben, zu inszenieren, zu visualisieren und zu produzieren. Das Studium zeichnet sich durch einen intensiven und kollaborativen Anspruch aus. Neben der Vermittlung von praktischen Fähigkeiten und dem Handwerk, das man in jedem dieser Bereiche braucht, um später darin tätig zu sein, steht vor allem auch der kreative Aspekt des Filmemachens im Vordergrund.

In Seminaren und Workshops werden ästhetische und formale Ausdrucksmöglichkeiten im Kino, Fernsehen und dem Web herausgearbeitet. Ziel ist dabei in klassischen wie neuen Erzählformen und Formaten den künstlerischen Anspruch als professionelles Ausdrucksmittel einzusetzen. In der Ausbildung der Studierenden schafft die DFFB die Balance zwischen der Vermittlung der künstlerischen Dimensionen des Filmemachens und einem Verständnis für die ökonomischen und produktionstechnischen Bedingungen der deutschen, europäischen und internationalen Filmbranche.

Ben Gibson

Direktor

Rusta Mizani

Head of Business Affairs

Direktor Ben Gibson über die DFFB

 

Die DFFB ist eine vom Land Berlin geförderte Filmschule. Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 ist sie ein Ort für ambitionierte junge Filmemacher*innen. In ihren Anfängen war sie eine der ersten Filmschulen der Bundesrepublik Deutschland. Heute gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Möglichkeiten Film zu studieren. In dieser Vielfalt hat die DFFB ihre spezifische Form der Lehre weiter ausgebildet und damit ihre Einzigartigkeit erhalten.

Die Akademie legt traditionell einen großen Wert auf Handwerk und Innovation. Sie bringt Dozierende und Studierende aus der ganzen Welt zusammen. Damit nimmt sie unterschiedlichste Herangehensweisen und kulturelle Einflüsse in ihre Lehre und das Filmemachen auf. Die DFFB zählt zu den Filmakademien, die ihr kulturelles Umfeld gleichzeitig bedienen und verändern.

Zu ihren Alumni gehören unter anderem Angela Schanelec, Wolfgang Petersen, Helke Sander, Wolfgang Becker, Christian Petzold, Connie Walther, Detlev Buck, Emily Atef, Harun Farocki, Hartmut Bitomsky, Raoul Peck, Lars Kraume, Helga Reidemeister oder Chris Kraus.

Das Curriculum der DFFB besteht aus zwei Kernelementen

Das zweijährige Grundstudium fordert die Studierenden heraus, lehrt sie technische und erzählerische Grundlagen des Filmemachens sowie professionelle Ansätze in ihrer Arbeit und in ihrer Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen.

Im darauffolgenden Hauptstudium vertiefen sie ihr Fachwissen und werden zunehmend eigenständiger bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Abschlussarbeiten, bei Dokumentarfilmprojekten, bei Serienpiloten, bei Kurz- und bei Langfilmprojekten.

Drehbuchautor*innen arbeiten als Development Executives; Producer*innen sind von Anfang an maßgeblich an der Stoffentwicklung beteiligt; Regisseur*innen übernehmen die Position eines Creative Producers; Bildgestalter*innen bilden in der Zusammenarbeit mit den anderen Gewerken ihren eigenen Stil aus.

Mit all diesen Herausforderungen eignet sich das Studium an der DFFB für Bewerber*innen mit beruflichen oder akademischen Vorerfahrungen, die für ihr weiteres Studium besonders interessiert sind am Erlernen der kreativen Zusammenarbeit ; am konstruktiven Reflektieren des eigenen Filmemachens; am Hinterfragen der eigenen Annahmen, um die Sicherheit zu erwerben den eigenen Instinkten zu vertrauen. Lehrende sind in diesem Prozess gleichermaßen Kommiliton*innen und Dozierende. Die Ausbildung an der DFFB richtet sich an weltoffene, belastbare, kollaborative, neugierige, fantasievolle Menschen, die lernen, indem sie ausprobieren (und manchmal scheitern) – an Menschen, die den Mut und die Energie haben, ihre Ideen bis an ihre Grenzen auszuloten.

Anstelle eines festen Lehrkörpers hat die DFFB pro Fachbereich eine Leitende Dozentin oder einen Leitenden Dozenten und arbeitet ansonsten mit freien Dozierenden, die aus der beruflichen Praxis für eine bestimmte Zeit an die Akademie kommen. Darüber hinaus laden wir regelmäßig internationale Filmemacher*innen an die DFFB ein. Diese Kombination gewährleistet eine breit gefächerte und anspruchsvolle Ausbildung.

Unter den internationalen Gastdozierenden der letzten Jahren waren unter anderem Luc und Jean Pierre Dardenne, Agnès Godard, Béla Tarr, Michael Ballhaus, Claire Denis, Nina Menkes, Pedro Costa, Albert Serra, Andrew Bujalski und Apichatpong Weerasethakul.

Auch wenn die DFFB einen Schwerpunkt auf Vertiefung und Spezialisierung legt, sehen wir im Kern des Filmemachens die Zusammenarbeit – und gegenseitige Abhängigkeit – der einzelnen Gewerke: die Zusammenarbeit als zukunftssicheren und vielschichtigen Weg, um hervorragende Leistungen zu erzielen. Eine frühzeitige und starre Spezialisierung in einem der Fachbereiche würde talentierten Studierenden die Möglichkeit einer umfassenden handwerklichen Ausbildung nehmen und ihre Flexibilität und Kreativität einschränken.

Die Lehre

Die Lehre an der DFFB beruht auf der Prämisse, dass erfolgreiche Spezialisierung auf der Erfahrung gewerke-übergreifender Zusammenarbeit fußen muss. Unabhängig von seinem Gewerk ist jeder Studierende vorrangig Filmemacher – Filmemacher*in mit einer oder zwei Spezialisierungen.

Somit gibt es an der DFFB eigenständige, aber nicht in sich geschlossenen Abteilungen. Im ersten Jahr sind alle Studierenden als Filmemacher*innen, unabhängig davon wofür sie sich eingeschrieben haben. Jede*r übernimmt alle elementaren Positionen im Filmteam und lernt, für einen bestimmten Bereich die Verantwortung zu tragen. Mit dem zweiten Studienjahr beginnt die Spezialisierung.

Die Studierenden werden darin bestärkt, sich auch Erfahrungen in anderen Positionen anzueignen und somit eine weitere Qualifikation zu erwerben. An der Akademie ist es daher nicht unüblich, dass Kamerastudierende Regie führen, Produktionsstudierende Drehbücher verfassen oder Regiestudierende Filme produzieren.

Wie in anderen Kunstakademien auch verwischen an der DFFB die Grenzen zwischen theoretischem Unterricht und praktischer Arbeit. Das eigentliche Lernen findet im Dialog zwischen diesen beiden Bereichen statt. Das Studium an der Akademie hält die Balance zwischen der Aneignung handwerklicher Fähigkeiten und dem Herausbilden einer eigenen künstlerischen Ausdrucksweise.

Der Ansatz der DFFB ist geprägt von dem methodischen Grundsatz, dass nur die praktische Arbeit selbst ein sicherer Weg des Lernens ist. Unvorhersehbar bleibt wie unsere Erfahrungen unsere Ausdrucksmöglichkeiten beeinflussen.

Was wünscht sich die DFFB von ihren neuen Studierenden?

Zu allererst: einen aktiven Beitrag zur wertvollen Arbeit einer ganzen Community; das Selbstvertrauen und die Bescheidenheit, immer wieder zu benennen was sie über die siebte Kunst und ihr Handwerk nicht wissen; endlose und organisierte Neugier; Commitment für die Zusammenarbeit und strukturiertes Lernen; und dann viel Energie, um Drehbücher zu schreiben und zu entwickeln, um Filme zu machen, die die unendlichen Möglichkeiten des filmischen Erzählens aufrichtig erforschen.

Ben Gibson, Direktor der DFFB, Februar 2018